• Lena Gorelik

FiveMinutesADay_MünchenStuttgartBöblingenStuttgartMünchen_beinahe eine Weltreise_20042021

Morgens im Zug, aufgeregt, wie ein dreijähriges Kind. Ich muss zum Bahnhof, würde es am Liebsten jedem und jeder schreiben, die ich kenne, würde es gerne einer schreiben, schreibe nichts. Fahre Zug, mache einen Test am Bahnhof, bevor der Dreh beginnt. Irgendwo zwischen den Taxis und dem Auto des Fernsehteams stehen die Redaktuerin, der Kameramann, der Tonmann und ich und bohren mit Stäbchen in den Nasen, als wäre es die normalste Sache der Welt. Dann freuen wir uns über die kleinen Kontrollstriche. Drehen: Im Museum für Alltagskultur, das eigentlich geschlossen hat. Muss daran denken, dass ich am Anfang in Deutschland dachte, dass Sitzbänke in der Küche das Ende des Glücks sind, deutscher könne man nicht werden, und damit mehr im Leben auch nicht. Lache über mich, lache über jenes Mädchen. Laufe vor und zurück für die Kamera, und noch tausend weitere Male vor und zurück. Bin Zug gefahren. Auf dem Rückweg treffe ich meine Eltern. Da stehen sie, darf ich, frage ich, umarmen, ich habe einen Test. Frage, aber während ich sie umarme, frage ich das. Warte nicht auf die Antwort. Schleppe eine Tasche mit nachhause, Lieblingskuchen, ein Fischgericht, von Papa zubereitet, Süßkram für die Kinder, Himbeeren, die esse ich allerdings gleich am Gleis. Auf der Rückfahrt geht die Sonne als großer roter Ball unter, irgendwo hinter mir.


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Habe ich vergessen zu notieren. Lief aber besser, glaube ich.

Muss mich zwischen Laufen und Schreiben entscheiden. Schreiben gewinnt, bin noch von gestern so ergriffen. Von den Gesprächen, von dem Denken, im Übrigen auch dem Denken über die Unmöglichkeit des Sch