• Lena Gorelik

FiveMinutesADay_München_2804.2021

"I am dancing in black and white", singt gerade Michelle Gurevich. Gestern war mir nach Tanzen zumute, gestern war Aufbruchsstimmung, ich weiß gar nicht, warum, wollte es nicht wissen. So eine Das Leben beginnt-Stimmung, so eine, ich wollte lesen, und las nicht, träumte nur. Als käme da noch ganz viel, es kommt noch ganz viel. Schreibe ich heute, denke, dass ich immer noch gerne tanzen würde, draußen irgendwo. Zwischen Menschen, mit jemandem würde ich gerne tanzen, wüsste mit wem, es wäre zu heiß, es wäre Sommer, T-Shirt-Wetter, die Mücken würden nerven, wie immer. Das denke ich, trinke Tee, höre wieder Musik. Kann es plötzlich nicht mehr erwarten, bis der Roman erscheint. Unruhig, dieses Warten, obwohl ich weiß, dass dann erst einmal nichts geschieht. Dieser Termin: Man könnte, wenn man wollte, in den Buchladen gehen, schauen, ob es da ausliegt, könnte man, hofft, dabei nicht erwischt zu werden, peinlich irgendwie, nach dem eigenen Buch zu suchen. Sonst passiert nichts, aber man wartet trotzdem auf diesen Termin, an dem nichts passiert. Mache mir vor, die Aufregung ist dieses Mal größer als die letzten Male, aber wahrscheinlich redete ich mir das die letzten Male ebenfalls ein. Gestern eines der ersten Interviews geführt, darüber gesprochen, dass es keine Trennung gibt, zwischen mir und dem Text, nicht bei den Fragen; bei den Antworten, befürchte ich, genauso wenig. Den Interviewpartner habe ich nicht gesehen, alles über Audio, aber die Fragen dennoch intim.

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Habe ich vergessen zu notieren. Lief aber besser, glaube ich.

Muss mich zwischen Laufen und Schreiben entscheiden. Schreiben gewinnt, bin noch von gestern so ergriffen. Von den Gesprächen, von dem Denken, im Übrigen auch dem Denken über die Unmöglichkeit des Sch