Five Minutes a Day. Zeugs. #11

München – Stuttgart. Zug, mit zwei Kindern. Memory-Spielen mit dem Großen: Zehn Minuten. Memory-Bilder anschauen mit dem Kleinen: sechs Minuten. Gummibärchen aufteilen: zwei Minuten. Nüsse und Rosinen sortieren und aufteilen: acht Minuten. Usw. So vergeht die Zeit. Oder auch nicht.


In Stuttgart sein, bei den Eltern: Kind sein. Auch ich. Mein karierter Flanellschlafanzug, von früher. Die blauen Noppensocken mit den Bären, von früher. Die Torte meiner Kindheit, die allerallerleckerste Torte dieser Welt. (Falls Du das liest: Danke, Mama!).


Artikel schreiben: Laptop auf dem Schoß, zwischen Kindern, die sowjetische Zeichentricks meiner Kindheit schauen und nicht verstehen können, was Pioniere sind, und Familiengesprächen. Der Artikel wird fertig. Laufe zum Rewe, fünfzehn Minuten frische Luft, und höchstwahrscheinlich die einzigen fünfzehn Minuten dieser Woche, in denen ich alleine bin. Vorfreude auf Kiel.


Später, nach dem Essen: Politische Diskussionen wie immer: Ukraine, Russland, die Haltung der EU. M. bringt den arabischen Frühling an. Ich die Anti-Homosexuellen-Gesetze in Russland. Familie.