7. Feb. 2022

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FiveMinutesADay_MUC07022022

Könnte ein Foto reinstellen vom Schreibtisch. Von dem wenigen Schnee auf den Dächern gegenüber. Traurig ist er, der Schnee, weil es so wenig davon gibt. Könnte natürlich auch andersherum sein, dass ich traurig bin und deshalb den Schnee traurig sehe. Könnte alles sein. Die Quarantäne dauert an, die milden Symptome sind nicht so mild, wie mild sich liest, allein der Anblick dieses Wortes, das geschwungene "m", das liebevolle "l". Ich denke über Einsamkeit nach, wehre mich. Gehe am Samstag laufen, blauer Himmel, der am Sonntag nicht mehr blau ist. Es stürmt, sagt jemand am Telefon zu mir, das ist mir gar nicht aufgefallen. Denke über die Einsamkeit anderer nach, streichle das fiebrige Kind. Denke an Phasen, denke ans Meer, plane: Das Meer. Wie ich in den Zug steige und auf eine Fähre. Räume auf, geschäftig, Esse alleine, bei Kindern schlägt das Virus auf den Magen. Lese, morgens, mit Kaffeebecher in der Hand. Mit dem neuen Kaffeebecher, am Samstag ein Paket von der Post abgeholt. Mich gefreut; an alte Kosenamen gedacht, gelächelt. An Freundschaften, die aus dem Nichts auferstehen, ganz plötzlich, an einem Lesungsabend in einer fremden, fremd gebliebenen Stadt. Schreibe das, beschließe, heute wieder laufen zu gehen.

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