Five Minutes a Day_Dresden21102017

Morgens alleine, Dresden. Herbst, diese Blätter, Kälte, nicht zu kalt. Niemand. Drei Leute bauen einen Markt auf, kein Kaffee weit und breit. Ich bin ganz, ganz ruhig. Gestern Nacht: Baustellen und Pracht. Die größte Frage von allen: Ist das schon wieder ein Klischee. Jeder Dritte hier hat AfD gewählt, denke ich, und zähle durch: Eins, zwei, drei. Gedichte auf der Brücke, wir lachen, das ist ein glückliches Lachen, das da. Auf der pragmatischen Brücke in Dresden und der drastischen Brücke in Prag.


Im Zug geschrieben. Und es irgendwie gewusst. Dass das was taugt. Abends lese ich aus „Verliebt in Sankt Petersburg“ und weiß kurz nicht mehr, wo er hin ist, dieser Humor. Als müsste man das eine gegen das andere tauschen oder hätte das eine verlernt. Als wüsste ich nicht, wer ich bin, oder ließe mich von anderen leiten.


In Momenten, in denen alles gut ist, ist alles gut auf eine kaum berührbare, blasige Weise. Das Leben prallt ab, gibt es das, ein anderes Leben. Im Schlechten ist es wahrscheinlich dasselbe.


MorGens, beim Tippen, draußen, frieren die Finger. Das tut erstaunlicherweise. Alles andere dränge ich erfolgreich beiseite, dass nächste Woche Ende des Monats ist. Als hätte nichts einen Anfang. Die Dinge beginnen sofort.

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