• Lena Gorelik

Five Minutes A Day_18022022_Bad Nauheim

Gestern einen Regenbogen gesehen aus dem Zug. Vielmehr seinen Anfang, im Himmel, beim Hinaufstreben hörte er auf. Habe „Hallo“ zum Regenbogen gesagt, genauso: „Hallo, Regenbogen“, laut. Wie freundlich der Regenbogen mit seinem Erscheinen war. Abends, die erste Lesung seit Langem. Corona-Style, Masken in den Gesichtern, und eine trostlose Stadthalle, weil der Ursprungsort zu klein war, als dass die Abstände eingehalten werden könnten. Aber: Das Lesen. Plötzlich das Lesen genießen, die eigene Stimme, die Betonungen, den Raum, in dem die Wörter widerhallen, das Lesen an sich. Wie wieder schwimmen, vielleicht ein wenig so. Das Hotel hingegen wie ausgestorben, ein riesiges Kurort-Hotel, die Gänge wie aus „Shining“. Das Hotelrestaurant schließt um neun Uhr, die Restaurants im Ort auch, wie mir der Veranstalter

erzählt. Also bestelle ich eine kalte Bowl aufs Zimmer vor, aber als ich zurück komme, ist die Bowl nicht da. Hinunter zur Bar, die geschlossen ist, auch. Ein freundlicher Mann, der die olympischen Spiele schaut. Es habe die Bowl nicht gegeben, und er habe mich zu erreichen versucht, ob ich was anderes haben wolle, mich nicht gefunden. Die Küche hat zu, und er ist so nett, mir ein paar kleine Brötchen vom Frühstück, Butter und in kleine Plastikportionen abgepackte Marmelade zu bringen. Schmiere mir kleine Marmeladenbrötchen und schaue mit dem Mann den olympischen Sportler:innen zu.

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Habe ich vergessen zu notieren. Lief aber besser, glaube ich.

Muss mich zwischen Laufen und Schreiben entscheiden. Schreiben gewinnt, bin noch von gestern so ergriffen. Von den Gesprächen, von dem Denken, im Übrigen auch dem Denken über die Unmöglichkeit des Sch