MUC, 110416/23.23 Uhr – Five Minutes a Day

Wie schreibe ich, was schreibe ich, was schreibst du. In einzelnen Worten, und wo ist die Ehrlichkeit, und wo verläuft sie, diese Grenze zwischen Ehrlichkeit und Offenbarung, diese Grenze, die ich nicht übertreten will. Du musst das schreiben, irgendwann. Das sagt F. Du weißt doch, was du schreiben wirst, aber wir können gern darüber reden, wenn du das brauchst. Das sagt C., und sie lacht, und ich lache auch, und ich antworte, wir beide wissen doch, und sie lacht. Was schreibe ich also? S. sagt nichts, aber zu ihr sage ich: Du musst das schreiben, so, genau so, und deine Eltern, und dann wische ich den Satz beiseite. Die Frage, um die ich mich drehe, die: Was schreibe ich, wie schreibe, was schreibst du. Wenn ich offenbare, offenbare ich mich, offenbare ich andere, was darf ich, wo hört es auf, das Dürfen? Kunst lässt sich auf der Metaebene diskutieren, das hört sich gut an und tut niemals weh, das ist angenehm, sehr. In den letzten Tagen, Wochen schreibe ich nichts, vielleicht, weil es einfacher ist. Die Paarstücke gehören in eine Kiste und können beliebig ergänzt werden. Die Paarstücke liegen mir am Herzen, und ich glaube, W. hat sie nicht verstanden. Ich kürze jetzt beim Schreiben Namen zu Buchstaben mit Punkten ab und überlege, in einem Du zu schreiben. Das Du könnte das Ich sein oder das Du oder Sie. Ein Kunstgriff im Versuch, Grenzen zu bewahren, die ich nicht selbst gezogen habe.