Five Minutes a Day. Zeugs. #36. oder #2a

00:29.


Spätabends am Freitag in der Innenstadt Münchens. Schockiert, weil ich immer vergesse, dass München auch so sein kann. Wird schon seine Gründe haben, warum ich am Freitag spätabends nie in der Innenstadt bin. Große Männer- und Jungsgruppen (ich bin alt, macht aber nichts), wenige Frauen. Wo sind die?, fragt D. Passen auf die Kinder auf, antwortet P. Dabei sind die meisten doch höchstens 25.


Gehe als Erste heim, weil so müde. Und bin mir nicht sicher, ob es daran liegt, dass ich inzwischen so uncool bin, dass ich so früh nachhause gehe, oder inzwischen so cool, dass ich nicht mehr cool erscheinen muss, indem ich bis zum Schluss bleibe. Beschließe, dass es letztendlich egal ist, und hole in der S-Bahn mein Buch aus der Tasche. Und D. hatte noch gesagt: Warum hast du ein Buch dabei? Ich habe eben immer ein Buch dabei.


Die unsichere bzw. schlechte Einschätzung des Grads meiner Coolness könnte an dem Getränk namens Russian Mule liegen: Wodka, Ginger Beer, Gurkenscheiben. Warum hat es allen besser geschmeckt als mir?


Auf dem Rückweg dann noch das klischeehafte und deshalb erschreckende Klappern der Absätze auf dem Asphalt. In der Wohnung, auf dem Weg zum Bad, die erstaunliche Feststellung, dass ich alleine, ganz alleine in der Wohnung bin.