Five Minutes a Day. Zeugs. #35

Rheinfall, Schaffhausen, eine kleine Kaschemme, “Freiruum”, an deren Wänden mit verschiedenfarbigen Danksagungen in allen möglichen Sprachen geschrieben sind.


P. sagt “Ist in Schaffhausen nicht der Rheinfall?”, und eine Stunde später sagt der Taxifahrer: “Der Rheinfall wird sicher kein Reinfall”, und C. sagt: “Außer wir fallen rein.” Also fahren wir mit dem Bus von Schaffhausen zum Rheinfall. 


Hatte ich erwähnt, dass C. hier ist? Gestern Abend, um halb elf Uhr abends angekommen, ich wartete eine Dreiviertelstunde am Bahnhof von Singen, las “Abzählen”, ein Buch über dreizehnjährige Mädchen im georgischen Krieg, außer mir fast niemand, aber ein Penner auf der Bank, alles surreal, als C. aussteigt, ist es dunkel, so dass ich nur ihre Umrisse erkenne, und alles ein bisschen wie im Film.


Am Rheinfall werde ich ruhig. Vielleicht ist es der Lärm (der ruhige Lärm), den der Wasserfall lärmt, vielleicht die Sonne, vielleicht der Moment. Aber mein Hirn ist endlich, endlich still. Kein Gedankendrehen. Und weil sich nichts dreht, kann ich mich hinsetzen, auf diese Bank, vor die sich alle Touristen für ein Foto posieren, und vier Seiten schreiben über N. und N.-T. und S. und zufrieden sein. Später bemerke ich, dass auf den Bechern, die wir zur Apfelschorle bekommen, Falken sind. Falken-Brauerei.