Five Minutes a Day. Zeugs. #28

Wiesbaden, Literaturhaus, immer noch, bevor ich gleich fahre. Bevor ich gleich frühstücken gehe, ganz gemütlich. Ein Luxus ohnegleichen. Worüber man sich so freut.


Und schreiben. Sich aufs Schreiben freuen. Ebenfalls ein Luxus.


Bei der Lesung gestern: Rotarierinnen zum Großteil. Also nicht Rotarierinnen im Sinne von “den Rotariern zugehörig”, sondern aus einem ähnlichen Club. Inner Wheel. Ich kriege die Assoziation von Rollstuhl nicht aus dem Kopf. Frauen, wie ich sie sonst aus Filmen kenne, Burberry und Gucci und Halstücher, und was man sonst an Klischees im Kopf hat, was ich im Kopf an Klischees sonst habe, aber freundlich, zuvorkommend und mitdenkend wie sonst selten jemand bei Lesungen. Und: Gar kein Konkurrenzgefühl. Zumindest keins, das ich spüre. Die Fähigkeit, einer anderen Frau einfach sagen (oder zugestehen zu können), dass man sie großartig findet, ist selten. Die Herren, alte Schule, diese umwerfende, entwaffnende Höflichkeit ist verloren gegangen. A. hatte sie ein bisschen, fällt mir ein. Wobei es natürlich bei jemandem in meiner Generation schnell aufgesetzt wirken kann.


Du bist in Wiesbaden, erinnert mich P., als wir telefonieren.


Noch zehn Sekunden. Gleich Frühstück. Wohl verdient.

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