Five Minutes a Day. Zeugs. #21

Derzeit größter Wunsch: Eine Schreibmaschine. Eine funktionierende.


Herum gefragt, keine gefunden. Im Buchladen nachgefragt, aber die im Schaufenster war nur Deko. Wie kann eine Schreibmaschine nur Deko sein? Nachgefragt, und der Buchhändler versprach, in der Garage zu suchen. Er fand.


Die erste Überraschung: Die Tasten müssen gehauen werden, im wörtlichen Sinne: gehauen. Schreiben ist Haptik. Die Schrift verrutscht. Der Zeilenabstand unterschiedlich groß. Den Lärm, den liebe ich. Das Nicht-Wissen-Wie-Man-Löscht sonderbarerweise auch.


Das Schreiben ist haptisch und besser. Ich müsste jedes Kapitel noch einmal zur Verbesserung mit der Schreibmaschine abtippen, man müsste das Schreiben durch den Lärm hören und die Worte durch das Hauen meißeln. Und das Ganze noch einmal und noch einmal.


Ich rechne nach. Verzögert jede Seite vermutlich um einen Tag. Romanende, überschlagen, vermutlich in vielen Jahren. Aber ich müsste mal.


Ziehe ich es durch? Die Menschen schauen mir zu, als sei ich eine Giraffe im Zoo, und tatsächlich sagt die Buchhändlerin “eine echte Schriftstellerin mit einer echten Schreibmaschine”, ich blicke nicht hoch. Ich haue die Tasten. Nicht in die Tasten.


Morgen und übermorgen mit C. und Schreibmaschine unterwegs. Für zwei Tage die Schreibmaschine geliehen. Wie viele Seiten..