Five Minutes a Day – mucS06/09/2017

Kein Foto von Schuhen. Das klingt, als sollte der Satz eine Aussage sein, eine über heute, ist es aber nicht. Ich trage Socken. Die Socken sind orange und gepunktet. Ich sitze am Schreibtisch. Im Hausflur gegenüber ist Licht. Das Licht wirkt grün, aber das sind nur die grün gestrichenen Wände. Salatgrün, so ein Kopfsalat. So einer, den Hasen fressen.


(Man sagt, es ist gut, jeden Tag zu schreiben, auch wenn das Schreiben ein Nichts ist, Salatgrün-Themen, das wäre dann wie Fingerübungen auf dem Klavier. Ich glaube nicht, dass das stimmt.)


Es gibt diesen Schmerz, den man mit Taten abzudecken versucht. Man tut dann – und die Wahrheit wäre – ich tue. Nicht so, als ob, sondern was das Leben so meint. Also ich tue dies, und anschließend tue ich jenes. Das ist dann beinahe, als sei der Schmerz nicht da, beinahe. Beinahe heißt eigentlich ganz nah. Das fällt mir beim Schreiben auf. Manchmal beim Aufwachen. Heute war so ein Tag.


Später, also beim Mittagessen (Rinderfilet und Salat, aber gemischter, kein Kopfsalat), sagte C, dass ich anders sei. Da sei eine Sekunde Verzögerung in der Reaktion, und ich glaube, sie sprach von mehr als einer. Sechs, ich glaube, sie zählte bis sechs. Ich blickte aus dem Fenster hinaus, das ist einfacher in solchen Momenten. Ich weiß nicht, wen von uns beiden das mehr


(fünf Minuten um)

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