Ein Freitag im August

Dann doch noch einen Brief schreiben. Und nicht wissen, ob.


Diese Tage im Freibad, die sich ziehen wie früher. Diese Menschen in allen Größen, Breiten und beinahe nackt. Lieber nicht darüber nachdenken. Das Alter zieht an einem vorbei wie die Jugend. Wenn man im Freibad über die Menschheit nachdenkt, könnte man sich ertränken.


“Vertraust du mir, dass ich alleine im großen Becken bin?”, fragt mein Sohn. Einer dieser wichtigen Sätze.


Das, was früher von größter Bedeutung war, nicht mehr wollen; dem anderen dabei zuschauen müssen. Früher, da hat man sich die Decke über den Kopf gezogen in solchen Momenten. Geht jetzt nicht mehr, da sind noch zwei. Über Einsamkeit nachdenken als Konzept. Oder Einsamkeit fühlen. Sich nicht einrichten wollen, niemals.


E. schreibt mir, “Menschen wie wir, die lebendig sind und noch so viel vom Leben wollen”, und zumindest für einen Moment ist da dieses Gefühl: Ja, genau. Und da ist nichts Schlechtes daran. Und das behalte ich mir bei.


Ziehen und ziehen und dann gezogen werden wollen und Fehler eingestehen und es irgendwie schon immer gewusst haben und sich außerdem beim Tippen dieses Textes hier fragen: Wen geht das eigentlich an? Mich. Das Internet ist doch eine Selbstbloßstellung, die man fälschlicherweise für eine Selbstdarstellung hält. Ich-Gesellschaft. Ich schreibe eigentlich, um zu schreiben, und weil ich wie immer nicht weiß, wohin, mit all dem Gefühlten.


Irgendwann hatte ich aufgehört, für jemand anderen zu schreiben. Es war traurig, sowohl die Tatsache, als auch diesen Moment als solchen verpasst zu haben.

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