Rees-München/23062017/Five Minutes a Day

Das Flugzeug wackelt nicht. Das Taxi kommt nicht, aber das ist schon vorher. Ich habe Kopfschmerzen, schon morgens. Ich schlafe nicht gut. Sechs Tage, sechs Flüge, und die Veranstaltungen waren acht. K. ruft an, um die nächste zu besprechen, und K. sagt, unglaublich, dass du dich nicht beklagst. Ich weiß nicht, warum ich mich nicht beklage.


Ich schreibe eine Kolumne über den Brunnen, in den ich vorgestern lief. Ich schreibe über meine Mutter, die sich so rührend Mühe gibt, mich zu verstehen, und über den Schmerz, der zwischen dem Verstehen und mir steht. Später schreibe ich noch eine Geschichte über die Liebe, aber die ist nur so, für mich. Es geht um den Glauben an die Liebe, um den, der fehlt.


Das Kopfweh bleibt, die Fragen auch. Ich freue mich über Worte, die man zu mir sagt. Sie sind etwas zum Festhalren dieser Tage. Ich wundere mich selbst über mich. Ich erinnere mich, langsam. Ich erinnere mich, so glaube ich, gern. Die Erinnerungen sind übrigens, allesamt, zart.