München-Rostock/21062017/Five Minutes a Day

Kleines Flugzeug, zwei Sitze rechts, einer links vom Gang. Ich steige ein, mutig, denke ich, das denke ich, weil ich bis vor Kurzem noch nicht mal gern mit großen Flugzeugen geflogen bin. Dieses Selbst-Überwinden, das mich in den letzten Tagen treibt, ich weiß nicht, ob ich tatsächlich wachse, oder ich in den eigenen Augen wachsen will. Es ist, als verdrehten sich die Dinge in mir, und eine Stimme, eine, die ich zum Schweigen bringen will, halt verdammt noch mal deine Klappe, sagt, das ist, weil ich die Wahrheit nicht hören will. Ich will die Wahrheit nicht sehen.


Guter Workshop. Ein Ei-Brötchen, ich weiß gar nicht, wieso. Habe ich mir noch nie gekauft. Morgens schreibe ich keine Paarstücke, das ist keine Entscheidung, obwohl es vielleicht doch eine ist. Ich fahre nach dem Workshop mit der S-Bahn zum Flughafen hinaus. Am Ostbahnhof sehe ich von dem Text, den ich lese, auf, hoffnungsvoll, obwohl ich nicht hoffen will. Diese verdammten Gefühle, was müssen die lauter sein als das Wissen. Das Flugzeug ist soeben gelandet, unsanft. Ich weiß nicht, habe ich geschwitzt. Der Wald ist grün, ich sehe nicht das Meer, und als ich das tippe, denke ich, na klar ist der Wald grün, was sonst. Für wen schreibe ich eigentlich das hier, das denke ich auch.