München, der Tag davor. Ach so, am 18. August.

Der Tag vor dem Tag. Morgen wird die Longlist des Deutschen Buchpreises verkündet. Selbstverständlich hoffe ich nicht. Alleine schon, weil ich denke, wer bin ich denn, dass. Aber offensichtlich denke ich doch, dass ich, weil ich hoffe ja irgendwie doch. Meine Eltern sagen, hör auf zu hoffen, sonst bist du enttäuscht. Sie sagen auch, sie glauben an mich, und ich meine, das geht schon miteinander einher, auch wenn das auf den ersten Blick nicht so klingt.


Müsste es nicht heißen: Auf den ersten Klang? Statt Blick? Gedanken, unwichtige.


Dabei geschehen dieser Tage so viele Dinge, die Longslists und Buchpreise klein und unwichtig erscheinen lassen und eigentlich banal. Umso wichtiger erscheint die Longlist. Hat für mich eine innere Logik.


Sich aufs Leben freuen. Und dem Leben gewachsen sein. Diese Plattitüden. Und dann noch das Gefühl: Jetzt aber. Das Leben. Aber krass und echt und unbändig und wild und nicht nur so daher. Sich dann doch der Realität ergeben müssen? Gedanken wechseln sich ab mit anderen, die ich als Einsichten verwerfen möchte. Ich lasse mich, von niemandem. Nie wieder.


Vor einigen Tagen schrieb M., du wirst noch feststellen in nächster Zeit, wie wichtig gute Freunde sind. Stimmt. M. ist klug. Und eine gute Freundin.


Was noch? Ach ja. Was machst du heute Abend? Das weiß ich nicht. Hängt von der Longlist ab. Wobei, bei Nicht-Draufsein und Drauf-Sein ließe sich ja dasselbe tun: Nicht alleine sein. Trinken. Die Klassiker eben. Am Liebsten aber etwas tun, was einfach nur des Tuns willen ist, irgendwohin, wo niemand ist, und ich sonst auch nicht bin, und einfach durch einen dunklen Wald mit jemandem und einer Flasche, oder auch ohne, ins Freibad einbrechen, dieses Klischee, oder in eine Bank einbrechen oder so. Das Leben leben.


Okay, zu viele Klischees.