München, 21.03.2016, 22.15 Uhr – Five Minutes a Day

S. schenkt mir die Schreibbücher, eins für Listen, eins für Träume. Vielleicht ist das Leben das Zwischending, das sich zwischen Listen und Träumen abspielt, und vielleicht ist es einfach die Mischung, Listen von Träumen. Oder Träume von Listen. Wir verlassen den Buchladen im Dunkeln, das neue Buch von Grossmann habe ich auch geschenkt bekommen, und mit einem neuen Buch in der Tasche fühlt sich die Welt ein ganz klein bisschen weniger schlimm an, so einfach bin ich gestrickt. Die Welt ist heute nicht einfach, auch wenn das Leben fließt, und ich über mich selbst staune: Dass ich es mache. Und zwischendrin nur wie ein Mantra denke: So etwas will ich nicht hören, nicht hören, nicht hören. Nicht hören. Und dann schüttle ich mich ganz kurz wie ein nasser Hund, um Erinnerungen abzuschütteln. Sie kleben an mir, das Wasser war verdreckt. Kurz wünsche ich mir was: Dass es an der Tür klingelt. Kurz wünsche ich mir einen Schritt, einen großen. Und dann lache ich über mich selbst. Und dann lebe ich das Leben, und jeder Moment, in dem ich das tue, ist ein guter, bis ich mich freuen kann über Dinge und Menschen, und das Sushi schmeckt, und wirmachendas.jetzt. Ja, wir machen das. Jetzt. Und nicht nur diskutieren, sondern tun, und die Einigkeit hilft, weil es manchmal eine Stärke der anderen braucht. Abends lasse ich mir ein Bad ein, obwohl ich nicht baden will auf der Suche nach Ruhe und gegen die Leere meiner Wohnung am Abend. Ich lese gerade Kirsten Fuchs, mit Angetanheit. Sich wie früher in Büchern verlieren.