FiveMinutesADay_München_07052021

Gestern habe ich gestickt. Das erste Mal im Leben, vermute ich. Einmal stach ich mir derart in den Finger, dass es blutete, beinahe wie im Märchen. Ich aß sehr viele Kräcker dazu, obwohl die Kräcker nichts mit dem Sticken zu tun hatten, jedenfalls aß ich sehr viele Kräcker. Am Sonntag sprach ich mit jemandem, der "Tichys Blick" liest, und warf einen Blick in diese Zeitschrift. Es fiel mir sehr schwer, ruhig zu sprechen, obwohl ich weiß, dass wir viel öfter mit jenen sprechen sollten, die ganz anders denken als wir. Heute regnet es, und der RKI-Chef sagte, wir haben die dritte Welle vermutlich durchbrochen. Ich schreibe zu wenig, ich träume von Reisen, gestern habe ich eine beinahe euphorische E-Mail geschrieben, die von Reiseplänen handelte. Wenn ich in den Regen hinaus schaue, fühlt sich alles gleich einsamer an, nach Verkriechen, nach Kräckern, überhaupt esse ich sehr viel in dieser Pandemie. Als ich gestern an einer Nachbarin vorbei joggte, sagte sie, ihr ginge es genauso, sie habe noch nie so viel wie jetzt gewogen. Wir sehen wenige Menschen und tragen viele Kilos und warten, manche geduldig, andere unruhig wie ich.

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FiveMinutesADay_München_15.05.2021

Wach, alleine, ganz früh. Schlecht geträumt, froh, wach zu sein. Gestern sagte jemand zu mir, ich sei gar nicht dazu geschaffen, glücklich zu sein. Radle vor acht noch zur Post, um die ersten Bücher z