Five Minutes a Day. Zeugs. #34

Aktualisiert: 1. Juli 2019

Ähm, Singen. Das am Bodensee, was aber, glaube ich, gar nicht am Bodensee liegt. Holiday Inn Express. It could be elsewhere.


Sobald ich im Zug sitze, geht das Schreiben los. Ich schwöre, genau so, es geht los, wie eine Krankheit, wie ein Zug, der sich eben in Bewegung setzt, wie ein Theaterstück, das pünktlich beginnt. Ich muss da nur tippen. Sieben Seiten, dann ist der Laptop-Akku alle. Blöde Regionalexpresse. Ein Brief im Jetzt, und drei Menschen, die drei Räume verlassen, unabhängig voneinander. Und gefühlte zwanzig weitere Ideen. 


In Singen übrigens, aber nicht nur in Singen, das Literaturfestival Erzählzeit.


Im Zug Menschen. Es gibt sehr viele, sehr einfache und sehr dumme Menschen auf der Welt, die sich alleine aufgrund der Tatsache nicht für dumm halten, weil sie studieren. Als würde eine Hochschulzulassung Dummheit heilen. Und dann noch ein rührendes altes Ehepaar, er mit Hörgeräten. Den Rest schalte ich aus. Ach so, und natürlich mein Hunger.


Diese Unlust zu lesen. Aber die ist ja immer da, und hat nachweislich nichts zu bedeuten. Zwischendrin die Mail, ob ich Lust hätte, meinen Roman vertanzt und verflötet zu sehen. Ich denke sofort: Waldorfschule (meine Vorurteile) und irre mich natürlich.


Jetzt müsste es klingeln, tut es aber nicht. Dann vielleicht: In kaputt sieht mein Koffer viel besser aus, finde ich. Will gar keinen neuen. Und ein Teekocher auf dem Zimmer. Amerikanische Hotels. Wenn es klingelt (jetzt!)…