Five Minutes a Day. erfurt-münchen25092014

ich schreibe dir aus dem zug, schreibe ich einer alten Freundin in Kalifornien, ich schreibe das genauso, in Kleinbuchstaben, ohne auf Zeichensetzung zu achten, wie ich sonst nicht schreibe, weil sich im Zug schreiben, an eine alte Freundin schreiben, die einen nicht mehr verstehen könnte, als die, die man heute ist, sich nur so richtig anfühlt. es ist herbst, schreibe ich weiterhin, im herbst schreibe ich, gefühlt, immer aus dem zug. lesereisen. herbstreisen. Es könnte eine Geschichte werden, denke ich, während ich das schreibe, es wird aber keine. Am Ende erzähle ich nichts.


Herbst ist kalt, und der Herbst scheint über mich gekommen zu sein dieses Jahr. Schon den wievielten Morgen hintereinander überrascht mich die Kälte.


Lese eine Kurzgeschichte im Zug, “Von Freunden”, die ich vor einem Jahr schrieb, vor einem Monat überarbeitete. Die Kurzgeschichte hätte ein Roman werden sollen und wurde auf eine Kurzgeschichte gekürzt. Aus Franzl und Matze werden Jana und Tobi. Aus Freunden wird irgendwie Schweigen, auch ein aktives Verschweigen, oder konnte sie mich vielleicht damals auch schon nicht verstehen.


Vielleicht.


Die Ruhe in mir wundert mich, angesichts der Ereignisse um mich herum, und die Ruhe in mir, die bewundere ich fast. München is the final destination. Apparently for now it is.

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