Berlin – München, 040416, 21.58 Uhr – Five Minutes a Day

Ich will zurück, zurück, zurück, zurück, singe ich, beim Zähneputzen und beim Anziehen und beim Packen. Und so weiter und so fort, und ich lache mich selbst aus mit dem Gesang, weil ich das nicht kann: Zurück, weil sich Zeit nicht drehen lässt. Gestern sind wir raus gegangen. Wir liefen durch den Schlosspark, und mit jedem Schritt wurde die Festigkeit in den Boden gestampft, und es ging. Da waren Blumen, dann waren da noch Gänse, und dass ich die Namen der Tiere immer nicht weiß. Wir saßen dann im Gras, C. hinter mir, J. vor mir, und um uns herum saßen noch verliebte Paare, und wir lachten ein bisschen, weil wir dachten, sie fänden das alles romantisch, und einmal kletterte J. in den Baum, überraschend elegant. Er sah gut aus, dort im Baum. Später aßen die beiden Schnitzel und ich grüne Soße, alles war gut, weshalb ich nicht zu O. fuhr, alles war gut, aber nur bis dann: Und dann.

Und heute also der komische Gesang, und über den Wolken kriege ich Angst, und nach dem Flugzeug ist das Leben, später kommt dieses Erwachsen, dieses Ich kann das schon, als wäre ich ein Kind. Manchmal ist es einfacher, und manchmal ist es schwerer, wer bin ich, wer will ich sein, und wie ist das passiert. Wie ist das alles passiert. Also konzentriere ich mich aufs Leben. Die Paarstücke sind in Berlin geblieben. M. im Park, und das Selbstbewusstsein, dass ich bin, und dass ich gut bin, und manchmal ist da doch kein Boden unter den Füßen, außerdem sind da Erinnerungen an die guten Zeiten, an die ohne Fragen. Und das Wissen um Morgen, aber es geht nicht um mich. Nicht um mich.