Again: Five Minutes a Day_München(wo sonst)_16042021


Es gibt sie auch, die besseren Corona-Tage. Ich weiß nicht, ob es die guten Corona-Tage gibt, vielleicht, für andere, habe gestern gelesen, dass das Vermögen der Deutschen steigt, wessen eigentlich genau. Nicht der Menschen, die ich so kenne. Jedenfalls. Laufe durch die Münchner Straßen, es ist nach elf, es ist Ausgangssperre, laufe durch die leeren Straßen. Niemand am Gärtnerplatz, wo sie sich sonst tummeln, als gäbe es nur diesen einen Platz in München, um draußen ein Bier zu trinken. Die Tulpen sind noch wach, und eine Frau geht mit ihrem Hund spazieren. Ich habe einen Zettel im Rucksack, der es mir erlaubt, hier, nach elf Uhr, trotz Ausgangssperre draußen zu sein. Der Zettel hat einen Stempel, zwei Polizeiautos passieren. Eine Live-Stream-Lesung, vorher saßen wir, der Moderator und ich an zwei verschiedenen Tischen, mit Selbsttests, erst in der Nase, dann in der Hand. Dann freuten wir uns, er trank ein Bier. Ich nahm eine Spezi, die Kameras nahm ich nicht wahr. Bessere Tage, an denen wir Menschen sehen, die nicht zum engsten Kreis gehören, und an denen wir kein schlechtes Gewissen haben müssen, dass wir das tun: Menschen treffen.

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