12. März, 11.00 Uhr, Nordhorn – Hannover

Die Polizei im Zug lässt einen Mann mit schwarzem Schnurrbart, schwarzen Haaren und einer Haufarbe, die auf eine nicht nordeuropäische Herkunft hinweist, seinen Pass und seinen Rucksack vorzeigen. Sie holen alles heraus, er lächelt, bereitwillig, zu nett, denke ich, dann schauen sie sich noch die Papiertasche an, in der ein Geschenk steckt. Was ist da drin, der Polizist, dem die Freundlichkeit offensichtlich in seinem Beruf – oder war es sein Leben – abhanden gekommen ist, und der Mann antwortet, was offensichtlich ist: „Ein Geschenk“. Und fügt hinzu „Sie können es aber aufmachen, wenn Sie wollen“, und ich will aufspringen, aber die Polizei winkt ab und geht. Sonst wird hier im Wagen niemand kontrolliert. „Haben Sie begründet, warum sie Sie kontrolliert haben?“, frage ich den Mann. „Nein, aber Sie sehen alle, alles ist mit mir in Ordnung“, antwortet der und schaut sich entschuldigend um. Keiner blickt hin, und er lächelt mich an, und ich weiß jetzt auch nicht weiter, und auch nicht, wie ich formulieren soll, ausnahmsweise nicht, deshalb sage ich ganz vorsichtig: „Das sollten die nicht tun, Sie kontrollieren.“ Nach Aussehen, füge ich nicht hinzu dafür finde ich keinen schönen Begriff. Passt schon, ist die Antwort. Und dann setzt er sich einfach wieder hin.