Five Minutes a Day_30112018_Muc-Fra

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Frankfurt, spätabends. Das Schreiben ist eine Fingerübung. Als würde ich Klaveir spielen, tue ich aber leider nicht. Gehört zu den Dingen, die ich gerne tun würde. Noch lieber wäre mir malen können. Malen können wäre schön. Zeichnen. Irgendwas in der Richtung. Große Leinwände oder kleine, gespitzte Bleistifte. Bin spät angekommen im Hotel, halb zehn. Einmal runter in die Sauna, dort war ein einzelner, behaarter, nackter Mann. Die Sauna war im Keller, und neben der Sauna der Fitnessraum, ich dachte, wenn ich da schreie, hört mich keiner. Dann dachte ich, ich darf das nicht denken, aber dann hatte ich das schon gedacht. Wieder zurück in das viel zu kalte Zimmer. (Versuche immer noch, das Zimmer aufzuheizen). Versucht, den Room Service anzurufen, da ging niemand ran. Ewig. Einmal Ceaser Salad bitte, aber niemand geht ran. Also raus ins Restaurant, um dort zu bestellen. In Schlafnazughose und Pulli. Die Leute guckten komisch, aber die Schalfanzughose ist eine Art blaue Jogginghose, das gehört zum Trend, das tragen andere zur Arbeit. Jedenfalls den Salat bestellt. Zurück im Zimmer: Das geht zu einem Club hinaus. Oder zu einer Party. Erst Michael Jackson, dann “It‘s raining men“, dann noch so ein altes Lied aus den Jahren, in denen ich noch in Clubs ging, die wir damals Discos nannten. Oder nannte nur ich sie so. So laut, dass ich nicht schlafen werde können. Der Salat war etwas versalzen, später dann.