Stuttgart, 29.12.2013

Ich twittere seit ein paar Wochen (@GorelikLena). Ziemlich erfolglos. Und auch ohne Verstand.

Gestern über Gerhart Hauptmann gelesen. Hat den Literaturnobelpreis mit Fünfzig bekommen. (Da habe ich ja noch Zeit.) Hat sich auf Hiddensee ein Haus gekauft, es umbauen lassen (großes Arbeitszimmer, Terrasse, Weinkeller – würde ich auch alles nehmen), und dann festgestellt, er hat kein Geld mehr. Oder wenig. Jedenfalls: Sich dafür bezahlen lassen, dass Leute ihm die Hand schütteln, ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Schriftsteller-Zoo, aber freiwillig. Asta Nielsen, Carl Zuckmayer, Ernst Toller haben ihn da besucht, aber nicht dafür zahlen müssen, Freunde und so.

Außerdem, gestern, als ich mir Notizen eben über Hauptmann machte, gedacht: Wozu Notizblock? Wenn doch heutzutage alles über Twitter, Facebook, Blog läuft. Dann, die Erleuchtung, manchmal bin ich langsam: Das, was die anderen nicht lesen sollen, in den Block. Überlegt, ob ich den Blog in 140 Zeichen schreibe, ein paar Wochen lang. Den Gedanken verworfen, ein verzweifelter Versuch, mich einer Welt anzunähern, die ich nicht ganz verstehe.