München – Metzingen, 07.11.2013

Gestern gedacht (noch einmal Schreibprozess): Um gut schreiben zu können, muss man ins Dunkel abtauchen. Eine banale, weil uralte Feststellung, die mich dennoch immer wieder erstaunt. Suizid, das Stichwort. Und zwei Beerdigungen innerhalb von drei Tagen. Ein Wiedersehen am Zaun: nicht schlecht. „Schreiben Sie hier, bei uns, an Ihrem neuen Werk?“. „Ja.“ Werk, so habe ich das noch gar nicht gesehen.

Aber zurück zu Metzingen. Grüppchen von Frauen, Paare, und Grüppchen von Männern, die das Shoppen zelebrieren. Mittags bei einem Italiener zwischen Puma und Bogner Risotto (die Frauen), Salat (die Paare) und Pizza (die Männer) zu sich nehmen, die vielen Papiereinkaufstaschen unter dem Tisch. Ein Gedanke: Nie würde sich mein Vater mit seinen Freunden zum Shoppen verabreden. (Shoppen würde er außerdem nicht sagen). Metrosexuell und so.

Ich übrigens auch, beim Versuch zu shoppen. Wenn schon Metzingen, dann Metzingen. Irgendwo, an einem Bach, der zwischen Hugo Boss und Hugo Boss Supersale fließt, klingelt das Handy. Stipendium des Deutschen Literaturfonds: Nein. (Mal wieder: Nein, und wieso tue ich mir das bei jedem Buch erneut an?). Feststellung, nicht zum ersten Mal: Frustshopping kapiere ich nicht. Kaffee. Die Lesung, trotz allem, schön.Foto

(Das Foto, in Metzingen aufgenommen, für meinen Auto-verrückten Sohn)