München, 17.10.2013

Schreibprozess. Tag 2 (vielleicht, aber wahrscheinlich eher Tag 100).

Buchcafé. Oder so ähnlich.

Vorher noch: Lange frühstücken. Lange quatschen. Eine Stunde später losgehen als geplant. Spiegelei ohne Speck. Und ein Brötchen. Und Kaffee, und für die Milch musste ich noch schnell los.

Jetzt aber. Buchcafé. Kaffee. Stöbern. Uwe Timm, Vogelweide.

Wo fange ich an. Nirgendwo, und deshalb im Jetzt.

Aus dem Text: “Es dauerte drei, höchstens vier Wochen, bis sie sich an sie gewöhnten, bis selbst die Verkäuferin aufhörte, sie zu beobachten, selbstverständlich so, dass sie es nicht sah; sie wurde zum Inventar. Es war wie bei dem Hund gewesen.”

Tee, Roibus. Die Sinnfrage, wie immer. Wozu eigentlich schreiben? Und wer bin ich, dass ich. Und Bücher, überhaupt. In der Kinderecke stöbern. Wer sollen die Olchis sein. Kuchen ja, oder nein.

Alten Text lesen. Aha. Den Wäschekorb hinzufügen. Ist besser, glaube ich. Oder zu gewollt.

“In other words, if I knew where the good songs came from I would go there more often.” Leonard Cohen. Same here, Leonard, same here.

Romantisieren, bei Uwe Timm gelesen.

“Gegen die Wand”, aber was der Film jetzt in meinem Kopf soll, weiß ich auch nicht. Kopfkino.

Doch noch Kuchen, und sie geben mir zwei Stück. Ach so, signieren. Wir tun nicht mehr so, als wüssten sie nicht, wer ich bin. Was netter ist. Und sie mögen meinen Hund. (Aber der ist heute nicht dabei.)

M. hätte mitkommen sollen zum Schreiben.

C. hat mir ein T-Shirt geschenkt, auf dem steht “Put your pain into poetry”, was schon mal gut funktioniert hat. Versuche ich. Funktioniert heute nicht, weil Grischa irgendwie zu sehr präsent. Raus mit dir, aus meinem Kopf.

Nicht wissen, an welchem Buch man schreibt. Gar nicht so schlecht.

Abends tut mir die rechte Hand weh, und hätte ich einen Kugelschreiber oder Füller benutzt, so wäre ich stolz. Aber ich habe getippt, mit beiden Händen.