München – Frankfurt, auf dem Weg zur Buchmesse, 09.10.2013

Also gut, alle Jahre wieder und so.

  • Ach, Sie auch hier? Ja, klar.
  • Wer wohl den Literaturnobelpreis bekommt, Philip Roth steht ja schon lange auf der Liste, aber. Ach, Philip Roth schon wieder nicht. (Ich hätte ja gern, dass er posthum an Astrid Lindgren verliehen wird, aber das sage ich nicht laut, nicht hier).
  • Wie lange bleiben Sie? Ach, das Wochenende, das ist mir zu voll. Mit den ganzen Publikumsbesuchern.
  • Die Leipziger Buchmesse ist schon immer netter, auch nicht so gehetzt.

Der Deutsche Buchpreis könnte auch ein Thema sein.

Ich mag Small Talk nicht wirklich gern. Trying to elevate small talk to medium talk is probably a waste of time in a place like this.

Oder ist es die Unsicherheit, die das diktiert?

Schlimmer als Small Talk: Herumstehen und nicht wissen, wohin. Die rennen alle und haben ihre Halbstundentermine und rennen und rennen und rennen. Und ich stehe herum.

Und dann noch das Gedächtnisproblem. Ich kann mir 12-stellige Telefonnummern auch dann merken, wenn ich sie nie wieder brauche (schlechter Pizza-Bestellservice). Aber Gesichter verschwimmen in meinem Kopf, als bräuchte ich eine Brille, als male sie ein Kind: Gesicht, zwei Punkte als Augen, zwei Striche für Mund und Nase, und ob die Nase groß, krumm, gebrochen, der Mund lachend, spitz, schmallippig ist, scheint meinem Erinnerungsvermögen egal. Namen verschwinden ebenfalls, irgendwo im Nichts, und werden, wenn, dann in einer anderen Abteilung als der mit den Gesichtern gespeichert.

Frankfurter Buchmesse, alle Jahre wieder.