Ende der Welt, 25.09.2013, drei Stunden später

Ein Kellerraum ist also der Ort, an dem die Alpträume wahr werden. Denke ich.

Nach dem Studium träumte ich, ich möchte meine Magisterarbeit abgeben (im letztmöglichen Moment, versteht sich), renne durch die Universitätsgänge, finde den richtigen Raum nicht. Seit ich Bücher schreibe, mit denen ich auf Lesereise gehe, träume ich (nicht häufig, aber dann doch) von diesem Raum, in dem ich lesen soll, und alle Stühle leer bleiben. Oder schlimmer noch: Ein Gast ist da.

Und jetzt also hier, am Ende der Welt, eine Stadt ohne Bürger, die Straßen leer gefegt, und die Geschäfte zu. Wer genau geht denn da zu einer Lesung?

Fluchtreflex. Laut und deutlich. Eine Stimme im Kopf, die es besser weiß.

Ich bleibe. Und lese. Vor ca. 25 netten und interessierten Zuhörern, das letzte Mal aus dem Sachbuch, bevor es nächste Woche mit dem neuen Roman weiter geht, und später sagt mir der Veranstalter, so viele Besucher hatten sie seit anderthalb Jahren nicht. (Also doch Geisterstadt.)

Dann denke ich, seit wann ärgere ich mich denn so über irgendwelche Hotelzimmer und versuche auf dem Bett sitzend zu schreiben, wegen Kunst und Einsamkeit und Kunst und Leiden und so.