Ende der Welt, 25.09.2013

Bahnhof. Kein Taxi. Fußweg. Kopfsteinpflaster, mein Koffer, der sich beschwert. (Ja, ich komme aus dem verwöhnten, dekadenten Westen.) Niemand auf der Straße. Nur der Mann im Synthetik-Trainingsanzug, von denen ich dachte, dass sie nicht mehr produziert werden, seit es die DDR nicht mehr gibt.

Ich will nicht zynisch, nicht herablassend klingen, der Mann war wirklich da. Und sonst niemand.

Verschlossene, vernagelte Läden auf dem Weg. Ein Bestattungsinstitut. Zwei geschlossene Restaurants. Ich bin nicht auf der Suche nach negativen, deprimierenden Klischees, sondern nach Lichtblicken.

Die Pension hat keinen Eingang, auf dem Schaufenster ist vom Plattenservice (in Klammern: Catering), Ragout Fin die Rede, außerdem eben von Aufbettung und Bereitschaft Pension. Im Schaufenster sehe ich zwei Frauen eine Ladetheke putzen, die mich an meine Kindheit denken lässt, ich schreibe Kindheit statt UdSSR.

Mein Schlüssel, sagen die Damen mit einer Freundlichkeit, die sicher irgendwo in ihnen steckt, aber sie nicht nach außen dringen lassen dürfen, ist Gesetz, wurde abgeholt. Aha. Von wem? Ich soll zum Domplatz gehen. Das ist eine gute Antwort. Warum? “Das weiß ich wirklich nicht.”

Verraucht. Nicht nur das Zimmer, sondern auch der Dönerladen. Pizza Fungi mit frischen Champignons und eine Dose Cola, wobei die frischen Champignons auch aus der Dose stammen, ach, es geht mir einfach gut.

Jetzt wird’s zynisch hier am Ende der Welt.Foto2