München, 23.09.2013, der Tag nach Bundestagswahl, auch wenn diese im Text keine Rolle spielt

Am Samstag “Frances Ha” gesehen. Schöne Bilder genossen. Gute Dialoge, manchmal zu viel Musik. Streichen, wenn der Film ein Buch wäre. Aber das hier ist ja keine Filmkritik.

Also statt Filmkritik: Hab mich danach gesehnt, in New York in herunter gekommenen Apartments auf dem Fensterbrett zu sitzen, zu rauchen und nur: rumzuhängen. Sonst wirklich nichts.

Kino verlassen. Geseufzt. C. gefragt, ob sie mit mir spontan in den Nachtzug nach Rom steigt. Frühstück in Rom. Und dann zurück. Einfach mal so. Frances Ha. Und das alles in Schwarz-weiß.

C. hat ja gesagt. Hat eine SMS geschrieben: “Sind im Nachtzug nach Rom. Verzeih mir.” Und abgeschickt. Habe gelacht. Dann: gekniffen. Kleine Menschen, Verantwortung und so. Lesereisen. Und der morgige Tage. Alles in allem, irgendwie doch nicht Frances Ha.

Kurz über mich selbst verzweifelt gewesen. C. an der Hand genommen und durch den Springbrunnen am Stachhus durch gerannt. In Jacken und so. Komplett nass geworden. War gut. Fiel niemandem groß auf, es ist ja Wiesn-Zeit. Ein paar Jungs klatschten. Sollten sie. Ins Taxi gesetzt, nachhause gefahren.

Dann noch gedacht: Das wäre eine gute Szene für Frances Ha und Sophie. Als wöllte ich Teil eines fremden Drehbuchs sein. War es lustig oder klischeehaft. Dann nicht mehr nachgedacht, mit C. noch einen Wein getrunken, ins Bett gefallen, ohne zu lesen.

Am nächsten Tag war alles wieder gut.