On the road. München – Stuttgart. 19.08.2013

Zuglektüre: Raymond Carver, Short Stories, What We Talk About When We Talk About Love. Manche Sätze sind Kurzgeschichten itself:

„A man without hands came to the door to sell me a photograph of my house. Except for the chrome hooks, he was an ordinary-looking man of fifty or so.“

Den Satz an M. SMSen und sich kurz aus dem Fenster starrend (weil sich das in Zügen gehört: Aus dem Fenster starren; sich für Autoren im Übrigen auch an anderen Orten gehört: Aus dem Fenster starren) darüber freuen, Menschen zu kennen, die diesen Satz und Raymond Carver sofort einordnen können.

(M.s Antwort handelt außerdem von Ursula Krechel.)

Der Satz ist im Übrigen so gut, dass ich entweder gar nicht schreiben kann oder schreiben muss. Schreiben muss, und mich deshalb an einer Short Story myself versuche.

(…)„Daonda würde sich große Mühe geben, sich nicht über Franzls Abdüsen zu ärgern, weil sie es sich genauso vorgenommen hatte: Es brachte doch nichts. Sie würde beschließen, ihrer Freundin nicht hinterher zu eilen, sondern einen Abstecher in den Volkspark zu machen. Sie würde sich am Kiosk eine Flasche Becks kaufen, das Bier im Gras sitzend trinken und nichts tun, tatsächlich nichts (noch nicht einmal ihr Handy holte sie aus der Tasche hervor). Es ging nicht um Rache, nur um Autonomie (und ein bisschen um Stolz). Später würde Daonda nachhause radeln (stolz) und Franzl nackt, lesend auf der Couch vorfinden. Raymond Carver, Short Stories, What we talk about when we talk about love.“(…)

Irgendwann: Angekommen.